Pitt P, Filippatos G, Agarwal R, Anker SD, Bakris GL, Rossing P, Joseph A, Kolkhof P, Nowack C, Schloemer P, Ruilope LM, FIGARO_DKD Investigators; Ann Arbor, USA; N Engl J Med. 2021; 385(24): 2252-2263.

Hintergrund: Finerenon, ein selektiver nichtsteroidaler Mineralokortikoidrezeptor-Antagonist, hat günstige Auswirkungen auf kardiorenale Ergebnisse bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) im Stadium 3 oder 4 mit stark erhöhter Albuminurie und Typ-2-Diabetes. Die Anwendung von Finerenon bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und einem breiteren Spektrum von CKD ist unklar.

Methoden: In dieser Doppelblindstudie wurden die Patienten mit CKD und Typ-2-Diabetes nach dem Zufallsprinzip Finerenon oder Placebo zugeteilt. Für die Studie geeignete Patienten hatten ein Albumin-Kreatinin-Verhältnis im Urin (mit Albumin in Milligramm und Kreatinin in Gramm gemessen) von 30 bis weniger als 300 und eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) von 25 bis 90 ml pro Minute pro 1,7 m2 Körperoberfläche (CKD Stadium 2 bis 4) oder ein Albumin-Kreatinin-Verhältnis im Urin von 300 zu 5 000 und eine eGFR von mindestens 60 ml pro Minute pro Minute pro 1,73 m2 (Stufe 1 oder 2 CKD). Die Patienten wurden mit einer Renin-Angiotensin-Systemblockade behandelt, die vor der Randomisierung auf die maximale Dosis entsprechend Fachinformation angepasst worden war, die keine inakzeptablen Nebenwirkungen verursachte. Der primäre Endpunkt, der in einer Time-to-Event-Analyse bewertet wurde, war eine Kombination aus Tod durch kardiovaskuläre Ursachen, nicht-tödlichem Myokardinfarkt, nicht-tödlichem Schlaganfall oder Krankenhausaufenthalt wegen Herzinsuffizienz. Der erste sekundäre Endpunkt war eine Kombination aus Nierenversagen, einer anhaltenden Abnahme der eGFR um mindestens 40 % gegenüber dem Ausgangswert oder dem Tod durch renale Ursachen. Die Sicherheit wurde als vom Prüfarzt gemeldete unerwünschte Ereignisse bewertet.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 7 437 Patienten einer Randomisierung unterzogen. Unter den in die Analyse einbezogenen Patienten trat während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 3,4 Jahren bei 458 von 3 686 Patienten (12,4 %) in der Finerenon-Gruppe und bei 519 von 3 666 (14,2 %) in der Placebo-Gruppe ein primäres Endpunktereignis auf (Hazard Ratio, 0,87; 95 % Konfidenzintervall [KI], 0,76 bis 0,98; P = 0,03), wobei der Nutzen in erster Linie auf eine geringere Inzidenz von Krankenhausaufenthalten wegen Herzinsuffizienz zurückzuführen war (Hazard Ratio, 0,71; 95 % CI, 0,56 bis 0,90). Der sekundäre zusammengesetzte Endpunkt trat bei 350 Patienten (9,5 %) in der Finerenon-Gruppe und bei 395 (10,8 %) in der Plazebo-Gruppe auf (Hazard Ratio, 0,87; 95 % CI, 0,76 bis 1,01). Die Gesamthäufigkeit unerwünschter Ereignisse unterschied sich nicht wesentlich zwischen den Gruppen. Die Inzidenz eines Hyperkaliämie-bedingten Absetzens des Studienschemas war unter Finerenon (1,2 %) höher als unter Placebo (0,4 %).

Schlussfolgerungen: Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und CKD im Stadium 2 bis 4 mit mäßig erhöhter Albuminurie oder CKD im Stadium 1 oder 2 mit stark erhöhter Albuminurie verbesserte die Finerenontherapie die kardiovaskulären Ergebnisse im Vergleich zu Placebo. (Gefördert durch Bayer; FIGARO-DKD ClinicalTrials.gov Nummer, NCT02545049.).

Kommentar: In der FIGARO-DKD-Studie verbesserte die Finerenontherapie 3-MACE im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und CKD. Interessant ist hier, dass sowohl CKD im Stadium 2 bis 4 mit mäßig erhöhter Albuminurie oder eine CKD im Stadium 1 oder 2 mit stark erhöhter Albuminurie einbezogen wurde. D. h. wir haben hier eine erfolgreich CVOT vorliegen bei Nierenpatienten. Am deutlichsten wurde der Effekt bei verminderten Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz, weniger bei Schlaganfall und Herzinfarkt.



Autorin:
Prof. Dr. med. Nanette Schloot

Erschienen in: Diabetes-Congress-Report, 2022; 22 (2) Seite 46